Kleidung aus Pakistan ins Vereinigte Königreich importieren: Checkliste für Einkäufer

Von Syed Ali Hassan / 3. Nov. 2026

Inhaltsverzeichnis

Für britische Bekleidungsmarken, Sportvereine und Unternehmen im Bereich Arbeitskleidung kann der Einkauf in Pakistan eine sinnvolle Entscheidung sein. Ein günstiger Fabrikpreis allein macht jedoch noch keinen erfolgreichen Auftrag aus. Muster, Zollunterlagen, Lieferbedingungen und Produktanforderungen bestimmen mit, welche Ware ankommt und was sie am Ende kostet.

Diese Checkliste hilft Ihnen, den Auftrag vor Beginn der Serienproduktion vorzubereiten. Sie bezieht sich auf gewerbliche Einfuhren nach Großbritannien. Für Nordirland gelten abweichende Regelungen, die Sie gesondert prüfen sollten.

Warum Pakistan als Produktionsstandort für Bekleidung wählen?

Es gibt mehrere gute Gründe, Pakistan in die Lieferantenauswahl einzubeziehen.

Mögliche Einsparungen bei Einfuhrzöllen. Pakistan gehört im britischen Developing Countries Trading Scheme (DCTS), dem Handelspräferenzsystem für Entwicklungsländer, zur Stufe „Enhanced Preferences“. Waren, die die Voraussetzungen erfüllen, können zollfrei eingeführt werden. Das kann einen Kostenvorteil gegenüber vergleichbaren Waren bieten, die ohne Zollpräferenz importiert werden. Entscheidend sind das Produkt und sein Ursprung, nicht allein das Land, aus dem das Paket verschickt wird. Einzelheiten finden Sie in der offiziellen Übersicht der DCTS-Präferenzstufen.

Eine etablierte textile Lieferkette. Pakistans Industrie umfasst Spinnerei, Weberei, Strickerei, Textilveredelung und Konfektion. Dadurch können Einkäufer Stoffe und Bekleidungsproduktion innerhalb desselben Landes beschaffen, insbesondere bei Baumwollbekleidung, Maschenwaren und Denim. Der Branchenbericht des pakistanischen Handelsministeriums beschreibt dieses Produktionsnetzwerk.

Angebote für spezialisierte Bekleidung. Zum pakistanischen Exportsektor gehören sowohl Bekleidung als auch Sportbekleidung. Das macht den Standort für Einkäufer interessant, die neben Freizeitkleidung auch individuell gestaltete Mannschaftskleidung suchen. Einen Überblick bietet die Textilsparte der pakistanischen Handelsförderungsbehörde.

Diese Stärken sprechen dafür, Pakistan mit anderen Produktionsländern zu vergleichen. Ausschlaggebend sollten letztlich das freigegebene Muster, die Gesamtkosten bis zum Lieferort und die Zuverlässigkeit des Lieferanten sein.

1. Stellen Sie klare Produktspezifikationen bereit

Machen Sie vor der Preisanfrage folgende Angaben:

  • Art des Kleidungsstücks, Materialzusammensetzung und Stoffgewicht.
  • Maße, Größenaufteilung und Mengen je Farbe.
  • Druck, Stickerei, Etiketten und Verpackung.
  • Postleitzahl des Lieferorts und gewünschter Ankunftstermin.

Fragen Sie, ob Mindestmengen je Modell, Farbe oder Stoff gelten. Vergleichen Sie Lieferanten anhand derselben Spezifikation. Andernfalls können vermeintlich günstigere Angebote auf unterschiedlichen Produkten beruhen.

Unsere Checkliste für eine Angebotsanfrage zur Bekleidungsproduktion erklärt, welche Angaben dazugehören.

2. Prüfen Sie den Lieferanten und geben Sie ein Muster frei

Prüfen Sie die Unternehmensidentität, den Produktionsstandort und die Zahlungsdaten. Fragen Sie, welche Arbeitsschritte im eigenen Betrieb stattfinden und welche an Subunternehmer vergeben werden.

Geben Sie vor dem Start der Serienproduktion ein repräsentatives Vorproduktionsmuster frei. Kontrollieren Sie Maße, Nähte, Stoffgriff, Veredelung und das Erscheinungsbild nach dem Waschen. Halten Sie die vereinbarte Spezifikation und zulässige Toleranzen schriftlich fest.

Für eine ausführlichere Bewertung nutzen Sie unseren Leitfaden zur Prüfung eines Herstellers.

3. Organisieren Sie die Zollabwicklung und prüfen Sie Zollpräferenzen

Für gewerbliche Einfuhren nach England, Schottland oder Wales benötigen Sie in der Regel eine EORI-Nummer mit dem Präfix GB. Legen Sie fest, wer die Zollanmeldung abgibt, häufig ein Zollvertreter oder eine Spedition. Bestätigen Sie außerdem die richtige Warennummer für jedes Kleidungsstück. Orientierung bietet die Importanleitung von GOV.UK.

Lassen Sie vor der Bestellung den anwendbaren DCTS-Zollsatz und die zugehörige Ursprungsregel prüfen. Seit dem 1. Januar 2026 gelten für Bekleidung flexiblere Ursprungsregeln. Die vorgeschriebenen Herstellungsvoraussetzungen müssen dennoch erfüllt sein. Lesen Sie dazu die offizielle Mitteilung zur Regeländerung.

Für die Inanspruchnahme der Präferenz benötigen Sie einen gültigen Ursprungsnachweis, etwa ein Formblatt A oder eine Ursprungserklärung. Stellen Sie sicher, dass die Präferenz in der Zollanmeldung beantragt wird. Ein Etikett mit der Aufschrift „Made in Pakistan“ reicht allein nicht aus. GOV.UK erläutert die Beantragung von DCTS-Präferenzen.

4. Berechnen Sie die Gesamtkosten bis zur Lieferung

Vergleichen Sie Angebote anhand folgender Kosten:

Bekleidung + Entwicklungskosten + Fracht und Versicherung + gegebenenfalls Zoll + Kosten für Zollabwicklung und Zustellung.

Planen Sie die Einfuhrumsatzsteuer gesondert ein. Zollfreiheit bedeutet nicht automatisch, dass keine Einfuhrumsatzsteuer anfällt. Für die meisten Kleidungsstücke für Erwachsene gilt der reguläre Steuersatz von 20 %. Kleidung für jüngere Kinder kann unter bestimmten Voraussetzungen dem Nullsteuersatz unterliegen. Prüfen Sie die britischen Umsatzsteuersätze.

Die Einfuhrumsatzsteuer wird nicht zwangsläufig nur auf den Rechnungsbetrag der Fabrik berechnet. Auch relevante Transport-, Versicherungs- und weitere Kosten fließen in die Bemessungsgrundlage ein. Lassen Sie die korrekte Bemessungsgrundlage für die Einfuhrumsatzsteuer von Ihrem Zollvertreter bestätigen.

Umsatzsteuerlich registrierte Unternehmen können bei Erfüllung der Voraussetzungen das britische Verfahren Postponed VAT Accounting nutzen. Dabei wird die Einfuhrumsatzsteuer über die Umsatzsteuererklärung abgerechnet, was die Liquidität entlasten kann.

5. Prüfen Sie Etiketten und Produktanforderungen

Geben Sie die Etikettenentwürfe vor Produktionsbeginn frei. Textiletiketten müssen die Faserzusammensetzung korrekt angeben. Beachten Sie die britischen Hinweise zur Textilkennzeichnung.

Vereinbaren Sie außerdem eindeutige Größenangaben und geeignete Pflegehinweise. Prüfen Sie die besonderen Anforderungen an Produkte wie Kinderbekleidung, Nachtwäsche oder Schutzkleidung. Als Importeur tragen Sie Verantwortung für die Produktsicherheit. Fordern Sie deshalb passende Nachweise für die tatsächlich gelieferten Kleidungsstücke an. Weitere Informationen finden Sie in den GOV.UK-Hinweisen zur Produktsicherheit.

6. Bestätigen Sie die Details vor dem Versand

Bei der abschließenden Prüfung sollten folgende Punkte geklärt sein:

  • Freigegebenes Muster und schriftliche Spezifikation für den Serienauftrag.
  • Vereinbarte Zahlungsschritte und Vorgehen bei der Meldung von Mängeln.
  • Lieferklausel, benannter Bestimmungsort und Zuständigkeit für Zollabwicklung und Steuern.
  • Handelsrechnung, Packliste, Transportdokument und erforderlicher Ursprungsnachweis.
  • Warenkontrolle vor dem Versand und ein Ankunftsplan mit Zeitreserve für die Zollabwicklung.

Fragen Sie, ob die angegebene Lieferzeit mit dem Versand ab Werk oder mit der Zustellung an Ihrer Adresse endet. Für den Start einer Kollektion oder einer Vereinssaison kann dieser Unterschied entscheidend sein.

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Ali Hassan, Webmanager bei Byon Textile

Syed Ali Hassan

  • 3. Nov. 2026
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